Die Firmengeschichte der Irus Werke Dusslingen Die Geschichte der Irus Werke machte Dusslingen sehr weit bekannt, sie beginnt im Jahr 1865. Jacob Rilling fertigte mit seinen Brüdern Michael und Johannes in der Dorfstraße Wasserräder. Im Produktionsprogramm waren unter anderem Hackblöcke für Fleischerei Betriebe , Stantzwerkzeuge für die Schuh- und Lederindustrie. Zwei Jahre später Kauften sie die „Obere Mühle“ und verlegten Ihren Betrieb dort hin nach, dem Ausscheiden der Brüder 1904 übernahm Jacob Rilling den  Betrieb alleine und verlegte ihn abermals in die Bahnhofstraße. Seitdem blieb das Unternehmen unter Familienleitung. „Irus“ steht für Jacob Rilling und Söhne. Weil unsere französischen Nachbarn Probleme hatten das „J“rus auszusprechen, wurde das J im Schriftzug zwischen 1950 und 1960 durch ein I ersetzt Ab 1908 produzierte das Unternehmen moderne Schrot- und Backmühlen, mit selbst gefertigten Kunstmahlsteinen in Serie. Die Irus-Werke erweiterten die Produktpalette im Laufe der 20er Jahre um Kaffeemühlen für Haushalt und Gewerbe. Alle Irus Mühlen wurden mit Kunstmahlsteinen ausgestattet. Diese Mühlen waren auch in den südlichen Ländern sehr beliebt wegen des Glaubens, der besagt das Kaffee und Getreide nur auf Steinen gemahlen werden darf. Durch den Bau von Mühlen aller Art hatten die Irus Werke auch Kontakte zur Landwirtschaft und die Inspiration, ein selbst fahrendes Mähgerät zu entwickeln und herzustellen. Im September 1928 war es dann soweit. Der 1. Mäher Typ „HM“ verließ das Dusslinger Werk der die Grundlage für das spätere Motorgeräteprogramm bildete und wurde zu einem Mehrzweckgerät weiterentwickelt Mitte der 30er Jahre kam das Modell „MP“ der Schwaben Motorpflug hinzu, zu dem es sogar eine Anbaufräse gab. Dieses Gerät hatte einen Fichtel & Sachs Motor bis 1945 lieferte Irus rund 80.000 Mühlen und 2000 Motormäher aus. Es ist Kriegsende. In den Trümmern Deutschlands regt sich wieder Leben, Mitarbeiter versuchen das Werk und die Produktion wieder unter großen Materialbeschaffungsschwierigkeiten in Gang zu bringen. Wie andere Firmen auch versuchte man sich an der Herstellung allerlei Notartikel, aus Materialien die noch aus Restbeständen des 2. Weltkriegs übrig geblieben waren. Die Gesellschafter der Irus Werke konnten über ihren französischen Vertreter Kontakte zu Regierung Frankreichs und zur Militärregierung in Würtemberg herstellen. Irus Motormäher sollten nach Frankreich exportiert werden um die dortige Landwirtschaft wieder aufzubauen. Um Getriebe zu bauen, benötigte man in erster Linie Zahnräder, der  Zahnradfabrik Friedrichhafen,die kurz vor dem Abbau und Verladung auf Eisenbahnwaggons stand. So konnten in letzter Minute die Produktionsmaschinen, die zur Herstellung von Zahnräder benötigt wurden, zurückgehalten und nach Dusslingen gebracht werden. 1948 die Währungsreform am 20. Juni bedeutet auch für Irus den Anfang des wirtschaftlichen Aufschwungs. Die Entwicklung machte schon damals große Fortschritte und so kamen in den folgen Jahren laufend neue Maschinen hinzu. Jährlich wurden von 1948 - 1957 ca 4000 und 1958 -1965 ca 1500 Motormäher produziert, mit abnehmenden Stückzahlen bis 1984 Insgesammt wurden von der Serie KM / KMR ca 25000 Stück gebaut. •KM    -    Kommunal-Mäher •KMR  -    Kommunal-Mäher-Rückwärtsgang Die Einführung der Einachsschlepper 1952 der UNIVERSAL Reihe mit 6900 Stck. und die Nachfolgenden U600 U900 U1200 und U300 erfolgte ab 1954. Diese wurden in den Jahren von 1954 - 1984 mit 40000 Stück sehr erfolgreich verkauft,die Blütezeit war in den Jahren 1955 - 1968. Durch einfaches umschalten in der Achse erhielt das Getriebe des U300 eine Kriechgangversion, die ein Übersetzungsverhätnis von 1:3 hatte. Damit wurde das Arbeiten in schwieriegem Gelände möglich  ( Fräsen , Pflügen ) Die Universal Einachsschlepper wurden Haupsächlich von Landwirten, Gartenbaubetrieben, Industrieuntenehmen, und öffentlichenKommunen anstelle einens Traktors eingesetzt. Der wesentliche Unterschied lag bei der Universal Gerätereihe in der Motorisierung •U300 / U300 K  7 PS 3 Gang Getriebe ( 6 Gang in der K Version) 2V 1R •U600 / Universal 6 - 8 PS6 Gang Getriebe   3V 3R Wendefreilauf •U 900 8 PS 6 Gang Getriebe   3V 3R Differential sperrbar •U1200 / U1200K8 - 10 PS6 Gang Getriebe (12 Gang in der K Version) 3V 3R Differential sperrbar / Lenkbremse Beginnend ab 1966 begann der Unbruch in der Landwirtschaft hin zu größernen Traktoren. Irus erkannte sehr bald, dass es noch einen zweiten Markt gibt.Also entwickelte man neue kleinere und preiswertere Motormäher und  Kombigeräte für den privaten und  gewerblichen Bedarf zum Mähen, Kehren, Schneeräumen etc. Irus war auch hier unter den Pionieren und ersten herstellern von kleinen Motormähern. So stellte Irus auf der Landwirtschaftsaustellung  1967 in München im Oktober den  weltweit ersten Kleinmäher Irus Micky vor, dies war damals eine Sensation und am 2 Juni 1969 verließ der 10.000 Irus Micky das Dusslinger Werk. Prallel wurden die Motormäher Bunny , Fahrboy , Superboy und weiter größere Typen gefertigt. 1971 folgte mit dem Irus Combi eine neue Universal Baureihe für den Privaten wie auch geweblichen Bedarf. Die neueren Motormäher und Kombigeräte wurden mit Antrieben nach dem Fliehkraftkupplungs- und Keilriemen Prinzip gebaut . Der Irus Combi erhielt ein ein eigengefertigtes 3 Ganggetriebe hinzu kamen die Kehrsaugmaschine Mofix und kleinere Straßenkehrmaschinen mit Elektromotor  in das Verkaufsprogramm aufgenommen. Es bestand von 1964 - 1984 eine enge Zusammenarbeit mit dem befreundetem Untenehmen Solo in Maichingen/Sindelfingen. Von dort aus wurden diverse Motorhacken aller Größen , Motorrückensprühgeräte und Motoren für den Irus Micky bezogen und unter dem Namen Irus verkauft. So wurde IRUS zum Synonym für Einachsmäher und Einachsschlepper, mit denen die Motorisierung in den kleinbäuerlichen Betrieben Württembergs  Einzug hielt. International fanden IRUS-Einachser in über 100 Ländern Verbreitung, unter anderem in Entwicklungsländern. Warum sich wochenlang schinden und plagen wenn´s Irus schafft in wenigen Tagen. Bis 1985 war die Firma Irus in Dusslingen ein Betrieb mit sehr hoher Tiefenfertigung; d.h sämtliche Teile mit Ausnahme von Normteilen wurden im Werk selbst hergestellt. Die jahrelangen guten Umsätze waren Anfang der 80er Jahre rückläufig, schließlich zwang die zunehmende Konkurrenz in Billiglohnländern die Firmeninhaber dazu, das Werk in Dusslingen 1984 zu schließen. Das Werk in der Bahnhofsstraße ( 6000 qm Produktion, 1800 qm Konstruktion, 1500 qm Ersatzteillager)  wurde an andere Firmen vermietet und zum Teil von der Nachfolgerfirma der Irus Motorgeräte genutzt. 1985 erfolgte die Neugründung der Irus Motorgeräte GmbH welches die Familie Laux leitet. Die neuen Gesellschafter beschlossen, die Firma von der Tiefenfertigung auf Zulieferanten umzustellen. Die hatte zur Folge, dass das alte Firmengebäude in seiner Bauweise den neuen Anforderungen nicht mehr genügte und so erfolgte 1991 die Genehmigung und der Baubeginn für das neue Gebäude in Burlandingen-Salmendingen. Durch den frühen und langen Winter konnten die Bauarbeiten nicht zeitgerecht fertiggestellt werden,erst im Winter 1992/93 war der Umzug von über 30.000 Ersatz- und Maschinenteilen beendet . Die Irus Motorgeräte haben Teile des Programms sowie die Ersatzteilversorgung der Irus Werke ünbernommen und weiterentwickelt. Auf über 3000m2 Nutzfläche werden nicht nur Ersatzteile und Fertigungsteile für die Produktion gelagert, sondern auch Teile für Maschinen die  älter sind. Daraus resultiert eine hervorragende Ersatzteilversorgung auch noch für wirkliche Oldtimer. Die Produktion neuer Motorgeräte erfolgt in Gruppenarbeitsplätzen. In der werksseitigen Reparaturwerkstatt werden Geräte der Kunden instand gesetzt und Händlerschulungen durchgeführt. Irus steht auch heute noch für Qualität und Lebensdauer!!! Das alte Irus Werk wurde 1986 von der Gemeinde Dusslingen gekauft und nach mehrfacher Vermietung 1998 abgebrochen. Heute steht auf dem saniertem Gelände das neue Rathaus und Gemeindezentrum von Dusslingen. www.Einachser-Freund.de